Das Solar Decathlon Haus geht auf Reisen
![]() Abtransport eines Solarhaus-Segments | |
![]() VIP-gedämmte Ostwand | |
Die Arbeiten am Solar Decathlon Haus sind soweit abgeschlossen.
Die Studenten der TU-Darmstadt waren in den letzten Wochen überaus fleißig, so dass das Solar Decathlon Haus nunmehr in kleinere Transporteinheiten zerlegt wurde und derzeit gerade nach Amerika verschifft wird.
Dort wird es dann im Oktober in Washington D.C. an dem eigentlichen Wettbewerb teilnehmen.
Die Anforderungen an das Haus sind hoch.
Im Gleichklang mit ästhetischer Architektur, Behaglichkeit und Wohnkomfort muss alle zum täglichen Leben notwendige Energie allein mit der Sonne generiert werden.
Gleichzeitig muss das Haus modular aufgebaut sein, um es leichter in die USA transportieren zu können.
Das raffinierte Energiekonzept stützt sich sowohl auf passive wie auf aktive Ansätze:
- verschiebbare Holzlammellen bereiten Schatten und Sichtschutz, eine
hochdämmende Fassadenschicht fungiert als thermische Hülle
- die Schichtung ermöglicht ein Öffnen, Schließen, Erweitern und
Schrumpfen des Wohnraumes je nach Tages- und Jahreszeiten
- die Lamellenhülle ermöglicht in Sommernächten natürliche Lüftung
- Überhänge im Süden bereiten Sonnenschutz im Sommer
- Boden und Decke werden mit Vakuumdämmpanelen hochgedämmt
- Speichermassen (PCM – Phase Changing Materials) in Decken und
Wänden sorgen für Temperaturausgleich
- der Einsatz Feuchte regulierender Materialien im Innenraum, wie z.B.
Lehm ist vorgesehen
- größtmögliche Transparenz der Gebäudehülle sorgt für maximales
Tageslicht im Innern und Verringerung der Notwendigkeit elektrischer
Beleuchtung
Um den Wettbewerbsanforderungen gerecht zu werden sind auch aktive Systeme notwendig.
- die Energiegewinnenden Systeme (Photovoltaik, Solarthermie) werden
grundsätzlich in die Gebäudehülle integriert und in Szene gesetzt. Ein
ausreichender Energiegewinn, auch bei flacher Auslegung der
Kollektoren, wurde in Simulationen berechnet und bestätigt. Im Bereich
der Veranda werden die Photovoltaikelemente gleichzeitig als
Sonnenschutz in Szene gesetzt.
- eine Plattform im Boden nimmt alle Technologien auf, die die
gewonnene Energie speichern, verarbeiten und verteilen
- die Hausgeräte werden hinsichtlich ihres Energieverbrauchs optimiert,
Restwärme wird zur Energiegewinnung mit eingesetzt
- Kühlung, Heizung und Lüftung werden optimal miteinander kombiniert
und mit geringstmöglichem Energiebedarf betrieben.
Die Wettbewerbsvorgaben limitieren die maximale Grundfläche des Hauses auf 75m². Um auf geringem Raum so viel Platz wie möglich zu schaffen, ist auch das Wohnkonzept integral mit dem Entwurf verankert. Alle Möbel sind in die Bodenplattform integriert und lassen sich bei Bedarf vollständig verstauen. Der geschlossene Kern mit Küche und Bad ist auf ein Mindestmaß reduziert, bei Bedarf kann er ausfahren und zum Duschen oder für Koch-Events vergrößert werden.
Bei der Wahl der Materialen stehen nachwachsende, naturnahe bzw. recycelbare Stoffe im Vordergrund. Alle Materialien, Produkte und Technologien sollen vorzugsweise aus Deutschland kommen, da die TU Darmstadt als einziger deutscher Teilnehmer den Vorsprung deutscher Unternehmen und Wissenschaft vor einem nationalen und internationalen Publikum demonstrieren möchten.
Im Anhang (PDF-Download) finden Sie eine kleine Photo-Dokumentation zur Verarbeitung der Vacupor VIPs im Wand- und Deckenbereich.
Weitere Informationen zum Wettbewerb, Hintergrund Informationen und zum Stand bzw. Fortgang des Baus finden Sie unter:
www.solardecathlon.de
www.solardecathlon.org
www.ee-concept.de/solardecathlon/competition.html
![]() Dachdämmung mit Vacupor VIPs | |
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